Presseberichte

Männerchorabend am 10. November 2017 in Sulzbach
"Männerchorabend" beim MGV "Liederkranz" 1863 Sulzbach vereinte rund 200 Sänger -
Voller Klang bei "großer Singstunde"

Von Marcus Deschner (dieser Bericht wird mit freundlicher Genehmigung der RNZ Mosbach und des Autors veröffentlicht)
 
Sulzbach. Der Funke sprang schnell über. Kaum hatte der Vorsitzende des Männergesangvereins "Liederkranz"
1863 Sulzbach, Rolf Nohe, zum Männerchorabend in der Mehrzweckhalle begrüßt, sangen auch schon die Gäste 
bei den abwechselnd von verschiedenen Chören auf der Bühne vorgetragenen Liedern mit. Rund 200 Sänger
waren nach Sulzbach gekommen, aus Allfeld, Billigheim, Katzental, Asbach, Großeicholzheim, Dallau, 
Haßmersheim, Auerbach und Diedesheim. Zudem sang der gastgebende Chor kräftig mit.
Mit diesem Abend wolle man den traditionellen Männerchorgesang "pflegen und leben", so Vorsitzender Nohe. 
Den traditionellen Männerchören aus dem Chorverband Mosbach gebe man damit die Möglichkeit, unter
"ihresgleichen" aufzutreten. Und das mit Liedgut, das diese Chöre seit Jahren gerne singen, heutzutage aber
an einem "normalen" Liederabend von vielen "externen" Besuchern als altmodisch empfunden und wohl mit 
der Bemerkung "typisch Männerchor" abgetan werde. "Tatsächlich sind es diese Lieder, die uns Gemeinschaft
und Geselligkeit über die Vereinsgrenzen hinaus erleben lassen und bei jeder Nachsingstunde zeigen, wie uns 
Gesang verbindet", betonte Nohe.
So wolle man auch wertvolles Kulturgut bewahren. Speziell zu dieser "großen Singstunde" hatte man eine
Sammlung mit vielen bekannten Weisen zusammengestellt.
In zwei Teile war der klangvolle Männerchorabend gegliedert, durch den der junge Sulzbacher Dirigent Tino 
Lauber und Rolf Nohe ebenso informativ wie kurzweilig führten. Im ersten Teil präsentierten sich die Chöre
auf der Bühne mit Liedern, die nicht zu der neuen Sammlung gehörten. Als es mit dem Badischen 
Sängerspruch zum Auftakt "vom See bis an des Maines Strand eint uns der Töne mächtig Band: Hoch 
deutsches Lied, hoch Badnerland" hieß, sangen alle in der gut gefüllten Halle kräftig mit.die Chöre aus 
Dallau und Sulzbach traten alleine auf, gemeinsam agierten die Sänger aus Asbach und Haßmersheim, 
Billigheim mit Allfeld und Diedesheim sowie Großeicholzheim mit Auerbach. Jeweils zwei Lieder wurden 
vorgetragen.
Mit "Adio Karina" eröffnete schwungvoll der "Liederkranz" Dallau. Weiter ging’s mit dem "Bier, das den 
Durst erst schön macht" und die Gäste im Saal begeisterte. "Lebe wohl, Du schöner Wald" hieß es dann 
bei den Männerchören aus Auerbach und Großeicholzheim. Die lobten sängerisch auch den "Spielmann". 
Haßmersheim und Asbach begeisterten unter anderem mit einem Seemannslied und sangen, vom ganzen 
Saal unterstützt, ein Loblied auf das Bier. "Ich liebte einst ein Mädchen", bekannten die Sulzbacher. "Als 
Fremde kamen wir, als Freunde gehen wir", trugen die Sänger aus Billigheim, Allfeld und Diedesheim auf 
der Bühne vor. Und mit "Der Abschied fällt schwer, Santiano" durfte ein Seemannslied nicht fehlen. Alle 
Zuhörer klatschten begeistert mit.
Nach der Pause standen die Lieder aus der neuen Sammlung mit alten Weisen im Mittelpunkt. Da 
waren in ungezwungener Runde unter anderem der "Abendfrieden", der "Jägerchor" sowie Wein- und 
Trinklieder aus zahlreichen Männerkehlen zu hören.
 
 

2. Diedesheimer Chortag am 08. April 2017
Generationen sangen gemeinsam

 
Von Frank Heuß   (dieser Bericht wird mit freundlicher Genehmigung des Autors veröffentlicht)
 
Nach dem Erfolg im Vorjahr luden die Sänger des Männergesangsvereins (MGV) Sängerlust Diedesheim am Samstagnachmittag
zum zweiten Diedesheimer Chortag in die VfK-Halle. Dort konnte Vorsitzender Dr. Dieter Sommer, dem die Moderation oblag,
einmal mehr zahlreiche Gäste willkommen heißen. „Lass dich grüßen, du schöner Tag!“, stimmten die Sänger des Gastgeberchores
unter der Leitung von Axel Lang gleich das erste Lied an, das bestens zum sonnigen Wetter passte. Unter den zahlreichen Gästen
begrüßte Dieter Sommer auch die Schulleiterin der Grundschule Diedesheim (GSD), Tanja Lohmann, sowie den ehrenamtlichen
Stellvertreter des Oberbürgermeisters, Volker Wesch – Letzterer gehört selbst zur Diedesheimer Sängerschaft.

Mit dem Einzug der Kinder des Schulchores der GSD füllte sich auch die kleine Turnhalle nicht zuletzt durch die vielen mitgekommenen
Eltern bis fast auf den letzten Sitzplatz. Auf der Bühne widmeten sich die Kinder unter der Leitung von Susanne Walz-Beigel und begleitet
von Nicole Wagner am Keyboard ebenfalls ganz dem Frühling. Zum Auftritt gehörten aber auch kleine Choreographien und Interpretationen
moderner Songs wie etwa Andreas Bouranis „Auf uns!“, zu dem im Publikum gerne geklatscht und mitgesungen wurde. Letzteres
unternahm der Chor des MGV Sängerlust, der sich für das Schlusslied zu den Kindern gesellte – so intonierte man gemeinsam im
Wechsel und mit Axel Lang am Akkordeon „Schön, ist es auf der Welt zu sein“. „Lieder sind Kulturgüter und leider wird deren Pflege zu
oft den Älteren überlassen“, stellte Dieter Sommer fest und fügte hinzu: „Unser Chortag soll Brücken zwischen den Generationen
bauen und wir freuen uns sehr, dass die GSD da ist.“

Das so gefundene Motto des Festes von Heimat und Zukunft stellte die Obrigheimer Mundart-Unterhalterin Heidrun Eyermann in
Zusammenhang mit der heimischen Dialektsprache. „Beides kummt aus de Gosch!“ erklärte sie direkt die Verbindung zum Chorgesang
– die heimische Sprache beschrieb sie mit Unterstützung von Hans Gimber aus dem Publikum gewitzt in deren Funktion, die Identität
der örtlichen Gemeinschaft zu vermitteln.
Nach kurzer Programmpause gehörte die Bühne den fünf gekommenen Gastchören befreundeter Vereine aus der Umgebung. Ein vielseitiges
und abwechslungsreiches Liedprogramm boten der MGV Neckarperle Neckarelz, der MGV Hochhausen, der MGV Frohsinn Sattelbach,
der MGV Germania Billigheim und der MGV Harmonie Allfeld. Und auch die Gastgeber vom MGV Sängerlust wirkten mit zwei weiteren,
eingestreuten Auftritten mit, bevor zum Schluss noch einmal alle Chöre zum Schmettern des Badnerlieds zusammen auf der Bühne
stehen sollten.
 
 

Vor 100 Jahren durften nur „Gediente“ singen
MGV „Sängerlust“ Diedesheim feierte 100-jähriges Bestehen mit gelungenem Festabend – 
Mit Zelter-Plakette ausgezeichnet

 
Von Bernd Kühnle (dieser Bericht wird mit freundlicher Genehmigung des Autors und der RNZ Mosbach veröffentlicht)
 
Seit 100 Jahren besteht der MGV „Sängerlust“ Diedesheim und hat in seinen Reihen Mitglieder, welche die Kontinuität
widerspiegeln, mit der die gute Arbeit in diesem erfolgreichen Gesangverein erklärt werden kann: Als ältester aktiver
Sänger kann der heute 90-jährige Otto Hufler auf 65 Sängerjahre zurückblicken, Bernhard Neureither ist seit 53 Jahren
Chorleiter, und Peter Beck leitet als Vorsitzender seit 32 Jahren die Geschicke des MGV. Diese außergewöhnlichen
Leistungen trugen mit dazu bei, dass dem MGV „Sängerlust“ Diedesheim am Samstagabend in der voll besetzten
Pattberghalle mit der Überreichung der Zelter-Plakette eine hohe Ehrung widerfuhr. Nach dem klangvollen Eröffnungslied
„Dank sei Dir, Herr“ begrüßte Peter Beck als Ehrengäste Landrat Dr. Achim Brötel, Oberbürgermeister Michael Jann,
MdL Georg Nelius, den ehemaligen Bürgermeister Wolfgang Obermeier, Pfarrer Walter Egner von der Seelsorgeeinheit
Mosbach, Leni Endlich als Vertreterin der evangelischen Kirchengemeinde, Achim Haag, Vorstandsmitglied des
Chorverbandes Mosbach, sowie die Gastchöre aus Neckarelz, Obrigheim und Haßmersheim und die zahlreichen
Ehrenmitglieder. Gerne bedankte sich Beck bei den vielen Sponsoren, die wesentlich zur Gestaltung des Festtages
beigetragen hatten. Beim Chorsatz „Höre mein Rufen“, in dem Wilfried Ernst seinen klaren Tenor erklingen ließ, stellte
Bernhard Neureither unter Beweis, dass es auch mit 82 Jahren durchaus möglich ist, einen Chor in jugendlicher Frische
zu dirigieren. In einem fundierten historischen Rückblick beleuchtete Dr. Dieter Sommer (der auch für die Festschrift
verantwortlich zeichnet) die Geschichte des Vereins, der aus dem Kriegerverein hervorging, in dem nur „Gediente“ das
Sangesrecht hatten. Daher wurde 1913 mit der Gründung des MGV die Gelegenheit ergriffen, auch „Ungedienten“ den
Zugang zum Liedgut zu ermöglichen. In der Folgezeit prägten die schweren Zeiten des 1. Weltkriegs und der Inflation die
Vereinsgeschicke. So sank in diesen Jahren die Mitgliederzahl beträchtlich, und die Anschaffung einer Vereinsfahne war
nicht möglich, da die Kosten von 1,5 Millionen Reichsmark nicht aufgebracht werden konnten. Nach der Nazizeit und dem
Ende des 2. Weltkriegs erfuhr der Verein einen Aufschwung, der in der heutigen Zahl von 127 Mitgliedern mündete.

Am Keyboard von Alexander Giesecke, dem Bundessieger von „Jugend musiziert“, begleitet, leiteten die drei Lieder „Am
Holderbusch“, „Lauf, Jäger lauf“ und „Marina“ zur Festrede von Landrat Dr. Achim Brötel über. Gewohnt unterhaltsam,
würdigte er den Verein und die verdienten Mitglieder, verflocht die Bedeutung von Gesang und Lebensfreude und erläuterte
die Bedeutung der Zelter-Plakette. Er ging kurz auf das Leben von Karl Friedrich Zelter, dem Namensgeber der Plakette, ein,
nannte Daten aus dem Leben des Goethe-Freundes, Maurers, Baumeisters und Komponisten und stellte heraus, dass 
neben einem mindestens 100-jährigem Bestehen auch vom Verein der Nachweis für die „ernste und erfolgreiche
musikalische Tätigkeit“ über den gesamten Zeitraum nachgewiesen werden muss, um für die Ehrenplakette in Betracht
zu kommen. Da dies beim MGV „Sängerlust“ der Fall ist, konnte er Peter Beck und Bernhard Neureither die begehrte
Auszeichnung und ein Gastgeschenk überreichen. Oberbürgermeister Jann überbrachte seine Glückwünsche und stellte
fest, dass „man Musik nicht verstehen, sondern nur genießen“ müsse. Auch Achim Haag überbrachte vom Chorverband
neben einem Geschenk seine Glückwünsche und stellte die Bedeutung der langjährigen Mitglieder des Vereins heraus.

Nach einer Pause leitete der KWO Werkschor Obrigheim unter Leitung von Volker Benz mit „Herr, du Hoffnung meines
Lebens“, dem weltbekannten „So war mein Leben“ mit dem Solo-Basssänger Arthur Gropp und dem heiteren „Die 12 Römer“
zu den Vorträgen der Gastvereine über. Anschließend stellte der Dirigent des MGV „Germania“ Haßmersheim, Reinhard
Merkel, virtuos von Maria Lott am Klavier unterstützt, bei „Morgenlicht“ sein Können als Solist unter Beweis, bevor der Chor
„Oh Schutzgeist alles Schönen“ intonierte und mit dem „Chianti-Lied“ die Zuhörer zu heftigem Klatschen und anhaltendem
Applaus mitreißenkonnte.Der40-köpfigeChordes MGV „Neckarperle“ Neckarelz setzte unter Chorleiter Rudolf Laible den
Ohrenschmaus mit „Weit, weit weg“, „Jägers Abschied“ und „Wie schön blüht uns der Maien“ fort, bevor der Jubiläumsverein
mit „The Rose“ glänzte. Den letzten Höhepunkt der gesanglichen Darbietungen bildete der Auftritt aller Chöre, geleitet von
B. Neureither, mit „Klänge der Freude“ und „Lobt den Herrn der Welt“, nach dem die Zuhörer mit lang anhaltendem Beifall
eine Zugabe forderten. Diese wurde bereitwillig gewährt, so dass das Publikum mit ins „Badnerlied“, begleitet von A. Giesecke
am Klavier, einstimmte, bevor P. Beck mit Dankesworten den gelungenen Abend beendete.
Unter der Leitung von Dirigent Bernhard Neureither bewies der MGV „Sängerlust“ Diedesheim 1913 beim Festabend zum
100-jährigen Bestehen in der neuen Pattberghalle seine außergewöhnlichen gesanglichen Qualitäten.